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Die Geschäftsordnung

So arbeiten wir bei Wentorf gestalten! e.V. zusammen

 

Unsere Organisation ist „selbstführend“. Das bedeutet für die Struktur und die Prinzipien …

Wentorf gestalten! e.V. hat keine Hierarchie, die sich auf Funktionen gründet. Stattdessen nutzen wir für Entscheidungsprozesse, bei Konflikten, zur gegenseitigen Unterstützung und zur Verbreitung von Informationen bestimmte Strukturen und Praktiken.
Es ist möglich, dass sich in bestimmten Situationen Hierarchien ergeben, weil eine oder mehrere Personen über besonderes Wissen oder Erfahrung verfügen. Eine solche Hierarchie gilt aber nur für das jeweilige Projekt bzw. den aktuellen Entscheidungsprozess.

Struktur

Unsere Projekte bearbeiten wir in Teams. Personen können zu einem oder mehreren Teams gehören und in jedem Team unterschiedliche Rollen und Funktionen haben. Jedes Teammitglied schafft sich seine Rolle selbst und gestaltet sie nach eigenem Wissen und Können. Wer merkt, dass seine Rolle nicht mehr erforderlich ist, kann sie einfach aufgeben. Wer merkt, dass eine gewählte Rolle ihm oder ihr nicht mehr entspricht, gibt sie weiter.

Entscheidungen

Wer eine Entscheidung in einem Projekt oder für den Verein treffen möchte, muss sich zunächst den Rat aller von dieser Entscheidung betroffenen Mitglieder und von Experten für das jeweilige Thema einholen. Das Mitglied ist verpflichtet, diesen Rat einzuholen und alle vorgebrachten Argumente und Vorschläge gründlich zu überdenken. Je weitreichender die Entscheidung ist, desto größer ist das Netz Betroffener und Beteiligter, die bei der Ratsuche berücksichtigt werden müssen.

Das Mitglied ist nicht verpflichtet, den Rat anzunehmen oder gar einen wirkungslosen Kompromiss zu finden, der jedem Wunsch gerecht wird.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann jedes Mitglied alles entscheiden.

Konflikte

Grundannahmen:

  • Wir sind überzeugt, dass es stets mehrere richtige Wege gibt, denen wir in der Entscheidungsfindung folgen können. Allerdings sehen wir diese Wege nicht immer, denn jede/r ist gern im Recht.
  • Von diesem Bedürfnis trennen wir uns, um die Perspektiven und Realitäten anderer zu hören und zu respektieren. Dabei leitet uns der Gedanke, dass alle immer das Bestmögliche tun.
  • Um Konflikte zu lösen, müssen wir zwischen unseren Gedanken (was im Kopf vorgeht) und unserem Verhalten (was wir sagen oder tun) unterscheiden.

Konfliktlösung:

An der Lösung von Konflikt sind nur die Konfliktparteien und ggf. Vermittler beteiligt. Außenstehende bleiben außen; es gilt absolute Vertraulichkeit.

Im Konfliktfall gehen wir wie folgt vor:

  • Man bittet die andere beteiligte Person, zu einer Übereinkunft zu kommen, setzt sich zu zweit zusammen und versucht, das Problem zu lösen.
  • Der Initiator des Prozesses äußert eine klare Bitte (keine Wertung oder Forderung); der/die andere antwortet mit ja, nein oder einem Gegenvorschlag.
  • Wenn die beiden Konfliktbeteiligten keine Lösung finden, mit der beide übereinstimmen, nominieren sie einen Vermittler, dem beide vertrauen. Dieser Vermittler unterstützt sie darin, eine Übereinkunft zu finden. Er kann keine Lösung vorschreiben.
  • Wenn die Vermittlung fehlschlägt, wird ein Gremium von Menschen gebildet, die von dem Thema betroffen sind. Die Rolle des Gremiums besteht darin, zuzuhören und bei der Formulierung einer Übereinkunft zu helfen. Das Gremium kann keine Entscheidung herbeiführen, hat aber meist ausreichend moralisches Gewicht, so dass eine Einigung möglich wird.
  • In einem letzten Schritt kann der Vereinsvorstand hinzugezogen werden.

Informationen

Alle selbstführenden Teams benötigen alle zugänglichen Informationen, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Dafür bauen wir analog und digital geeignete Plattformen auf.

Unterstützung

Zur gegenseitigen Unterstützung nutzen wir das kollektive Wissen im Verein und in Wentorf. Um dieses zugänglich zu machen, nutzen wir beispielsweise Liberating Structures (www.liberating-structures.de).