Tempolimit auf der Berliner Landstraße

Lärmschutz  Grüne fordern: Nachts nur noch 30

Bergedorfer Zeitung vom 06.11.2018

Wentorf.  Bei offenem Fenstern schlafen oder tagsüber im heimischen Büro konzentriert seiner Arbeit nachgehen? „Das ist schwierig“, sagt Jens Liedtke. Der 59-jährige IT-Fachmann wohnt an der Berliner Landstraße und fühlt sich von dem Verkehr vor seiner Haustür stark gestört. Tag und Nacht geben die Autofahrer in beide Richtungen ordentlich Gas, werden selbst von parkenden Fahrzeugen nicht ausgebremst. Grund: Die Straße ist 16 Meter breit, früher, als Wentorf noch Bundeswehrstandort war, fuhren auf dieser Strecke Panzer Richtung Truppenübungsplatz in der Wentorfer Lohe.

Eigentlich hätte sich aktuell der Durchgangsverkehr aus und in Richtung Schwarzenbek längst auf den Südring verlagern sollen. Doch auch seit Umwidmung und Ausbau des Südrings zur Bundesstraße und neuen Ortsumgehung vor zehn Jahren nutzen viele Autofahrer weiterhin die Durchfahrt durch die Gemeinde über die Berliner Landstraße. Das Problem ist also nicht neu, politisch passiert sei wenig, findet Liedtke. „Es gibt ja schon viele Ideen auch zur Verkehrsberuhigung, aber seit 2014 ist das Thema nicht mal mehr behandelt worden“, sagt Liedtke, der bei allem persönlichen Ärger sachlich und freundlich bleibt. Er möchte mit Argumenten überzeugen und mit den Entscheidungsträgern konstruktiv ins Gespräch kommen.

Nun hat es das Thema tatsächlich erneut auf die Tagesordnung geschafft, wird am Donnerstag, 15. November, im Liegenschaftsausschuss (19 Uhr, Rathaus, Hauptstraße 16) behandelt. Die Wentorfer Grünen möchten erreichen, dass zunächst zumindest nachts auf der Berliner Landstraße Tempo 30 eingerichtet wird. Politisch herrscht schon jetzt Einigkeit, dass etwas passieren muss. Jens Liedtke hofft zwar auf eine komplette Sperrung der Straße, würde sich aktuell aber schon über ein nächtliches Tempolimit freuen. Schon als wegen der Erweiterung des Casinoparks die Straße einseitig gesperrt war, habe eine „himmlische Ruhe“ geherrscht – Tag und Nacht.

Susanne Holz